Katharina Meichtry

Licht und Nacht in der Kirche

Adventskonzert 2019<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-frutigen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>2</div><div class='bid' style='display:none;'>2172</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Das Motto der Adventskonzerte in der heimischen Kirche war das Zusammenspiel der Kontraste hell und dunkel. Die Klänge des erweiterten Kirchenchors Frutigen, des Orchesters und der Solisten wurden zu einem emotionalen Erlebnis.
«Mache dich auf! Werde Licht!» Mit diesen Worten schreiten die Sängerinnen und Sänger durch das Kirchenschiff und gruppieren sich im Chor. Von nun an zieht sich die Atmosphäre von «Licht und Nacht» wie ein leuchtender Faden durch ihre Lieder. Dunkle Offenbarungen werden immer wieder von hellen aufgelöst. Der Chor, das Orchester und die Solisten bauen eine Stimmung auf, die in der Zugabe, einem Gebet des Komponisten Peter Roth, noch einmal erfasst wird. Das Publikum hält inne, bevor es sichtlich ergriffen langsam zu klatschen
beginnt. Dirigentin Sandra Tosetti ist gerührt: «Das habe ich so noch nie erlebt. Es war mein Ziel, zum Abschluss mit diesen ruhigen Harmonien das Publikum gesanglich zu umhüllen.» Das gelang ihr: Manche Besucherin und mancher Besucher hat Tränen in den Augen. «Ich habe das Helle gespürt, welches das Dunkle durchdringt», bekennt eine Dame. «Die Finsternis war gar nicht so schwerlastig, wie ich gedacht habe», meint ein anderer Besucher.

Kein einfaches Unterfangen
Alles begann damit, dass Sandra Tosetti die Kantate «Gott, in dir ist Licht und Nacht» des Toggenburger Komponisten Peter Roth ausgewählt hatte. Seit langem hegte sie den Wunsch, eines seiner Werke aufzuführen. Die Dirigentin griff zum Telefon und fragte den Musiker, welches sich für den Advent eignen würde. Der Titel stach ihr ins Auge. «Es reizte mich, das ganze Konzertprogramm unter dem Thema hell und dunkel zu gestalten. Wie sich auf der Suche nach passenden Stücken herausstellte, kein einfaches Unterfangen», bemerkt sie. Bei ihrer Planung wusste die Thunerin noch nicht, dass Peter Roth im Berner Oberland besonders mit seiner Jodlermesse immer bekannter wird. Er trat vermehrt im Fernsehen auf, wurde im Radio gespielt und interviewt. Nie hatte sie zudem ausgerechnet, dass er genau in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiern würde. «Plötzlich war ich im Geiste der Zeit», sagt sie schmunzelnd.

Aufbau zu ganzer Klangvielfalt
Sandra Tosetti leitet den Kirchenchor Frutigen seit einem Jahr. Er besteht normalerweise aus knapp 30 Aktiven. Für die Adventskonzerte übte sie ab August einmal wöchentlich mit dem erweiterten Chor, der 65 Sängerinnen und Sänger umfasst. Die Profimusikerin feilte an der Aussprache, der Intonation, den Texten und der Gesangsdynamik. «Ich mag Genauigkeit. Bei den Proben ist mir aber auch eine Prise Humor wichtig», lässt sie wissen. Später studierte die Dirigentin mit dem Orchester und den Solisten die Stücke ein. Dabei konnte sie bei den Streichern und Bläsern auf den Beziehungen vom letzten Jahr aufbauen. Danach führte sie Chor und Orchester zusammen. Vor der Hauptprobe stiessen schliesslich die beiden Solisten Ursula Krummen, Mezzosopran, und Mark Grundler, Tenor, dazu. Diese beiden Stimmen vervollständigten die Klangvielfalt in der Kirche Frutigen.

Erschienen im Frutigländer, Ausgabe vom 10. Dezember 2019
Bereitgestellt: 10.12.2019     Besuche: 76 Monat 
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